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Maklerkosten richtig einschätzen: Der komplette Guide 2027

Maklerkosten gehören beim Immobilienkauf zu den größten Kostenpositionen überhaupt – und dennoch tappen viele Käufer, Mieter und Verkäufer bis kurz vor Vertragsabschluss im Dunkeln, was sie wirklich erwartet. Die Maklerprovision, auch Maklercourtage genannt, ist das gesetzlich geregelte Entgelt für die Vermittlungsleistung eines Immobilienmaklers. Sie wird fällig, sobald ein wirksamer Kauf- oder Mietvertrag zustande kommt. Wer diese Kosten frühzeitig richtig einschätzt, schützt sich vor bösen Überraschungen und hat echten Verhandlungsspielraum.

Kurz zusammengefasst

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Maklerkosten entstehen durch einen Maklervertrag und werden erfolgsabhängig berechnet – meist als Prozentsatz des Kaufpreises oder als Vielfaches der Kaltmiete. Seit 2020 gilt beim Kauf das Halbteilungsprinzip, beim Mieten das Bestellerprinzip. Die Höhe variiert je nach Region, Objektart und Verhandlung.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Gesetzliche Regelungen zur Maklerprovision können sich ändern. Klären Sie konkrete Vertragsfragen stets mit einem Fachanwalt für Immobilienrecht oder einer Verbraucherzentrale.

Das Wichtigste in Kürze

  • Maklerprovision beim Kauf: max. 3,57 % je Seite (inkl. MwSt.), gesetzlich hälftig geteilt
  • Bestellerprinzip bei Mietwohnungen: Wer den Makler beauftragt, zahlt
  • Provision erst nach erfolgreichem Vertragsabschluss fällig
  • Regionale Unterschiede zwischen Bundesländern sind erheblich
  • Verhandlungsspielraum besteht – aber nur mit den richtigen Argumenten
  • Maklerkosten müssen in der Immobilienfinanzierung eingeplant werden
Katharina Sternfeld
Immobilienberaterin und freie Fachautorin – 14 Jahre Erfahrung in der Wohnimmobilienvermittlung, u. a. für regionale Maklerunternehmen in Hamburg und München tätig

„Die meisten Käufer fragen nach dem Kaufpreis – und vergessen dann komplett, dass die Nebenkosten schnell weitere 10 bis 15 Prozent drauflegen. Die Maklerprovision ist dabei oft der Posten, den man am ehesten hätte verhandeln können. Aber dafür muss man erstmal wissen, wie das Spiel läuft.“

Was sind Maklerkosten und wie setzen sie sich zusammen?

Maklerkosten sind das Honorar für die erfolgreiche Vermittlung einer Immobilie – kein Pauschalpreis, sondern ein prozentualer Anteil am Kauf- oder Mietpreis.

Wer das erste Mal eine Wohnung kauft oder eine neue Mietwohnung sucht, begegnet dem Begriff Maklercourtage oft mit einer gewissen Ratlosigkeit. Das Prinzip ist eigentlich simpel: Der Makler erhält seine Provision nur dann, wenn der Vertrag tatsächlich zustande kommt. Kein Abschluss, keine Zahlung. Diese Erfolgsabhängigkeit ist das Grundprinzip des deutschen Maklerrechts.

Die Höhe ergibt sich entweder aus einer individuellen Vereinbarung oder – seit der Gesetzesreform 2020 beim Kauf – aus gesetzlich festgelegten Obergrenzen. Hinzu kommt die gesetzliche Mehrwertsteuer von 19 %, die auf die Nettoprovision aufgeschlagen wird. Die Provision bei Kauf und bei Vermietung folgt dabei komplett unterschiedlichen Regeln.

Wer muss die Maklerkosten zahlen – Käufer oder Verkäufer?

Seit Dezember 2020 gilt beim Immobilienkauf das Halbteilungsprinzip: Käufer und Verkäufer teilen die Provision grundsätzlich hälftig.

Vor der Reform war es in vielen Regionen üblich, dass Käufer die gesamte Provision alleine trugen – obwohl oft der Verkäufer den Makler beauftragt hatte. Das neue Gesetz (§ 656c BGB) hat das geändert: Wenn ein Makler für beide Seiten tätig ist oder nur eine Seite ihn beauftragt hat, trägt der Auftraggeber mindestens die Hälfte. Die andere Seite darf nicht mehr als der Auftraggeber zahlen.

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In der Praxis bedeutet das: Bei einem Gesamtprovisionssatz von 7,14 % zahlen Käufer und Verkäufer jeweils 3,57 % des Kaufpreises. Wer das übersieht, unterschätzt die eigene Kostenlast erheblich.

Wie funktioniert das Bestellerprinzip bei Mietimmobilien?

Bei Mietwohnungen gilt seit 2015: Wer den Makler bestellt, zahlt ihn. Vermieter können die Provision nicht auf Mieter abwälzen.

Das Bestellerprinzip war ein echter Paradigmenwechsel. Vor 2015 war es üblich, dass Mieter Provisionen in Höhe von zwei Monatskaltmieten zahlten – obwohl der Makler im Auftrag des Vermieters agierte. Heute ist diese Praxis gesetzlich verboten. Wer als Mieter dennoch zur Kasse gebeten wird, muss nicht zahlen – und kann das Geld im Zweifelsfall zurückfordern.

Ausnahmen gelten, wenn der Mieter selbst aktiv einen Makler beauftragt, um eine Wohnung zu finden. In diesem Fall ist die Provision legitim und fällig. Das passiert aber in der Praxis eher selten.

Expert Insight
Vermieter umgehen das Bestellerprinzip gelegentlich durch sogenannte Wohnungsvermittlungsverträge oder indem sie Provisionen in den Mietpreis einrechnen. Wer solche Konstruktionen bemerkt, sollte die Verbraucherzentrale kontaktieren – entsprechende Klauseln sind oft unwirksam.

Welche gesetzlichen Regelungen gelten für Maklerprovisionen in Deutschland 2026?

Das Maklerrecht basiert auf §§ 652 ff. BGB sowie dem 2020 eingeführten § 656a–d BGB für Wohnimmobilienkäufe.

Die wichtigsten Grundsätze: Die Provision entsteht nur bei Nachweis oder Vermittlung eines Vertrages. Ein Maklervertrag muss in Textform geschlossen werden (§ 656a BGB). Einseitige Provisionsvereinbarungen zulasten des Käufers sind bei Wohnimmobilien unzulässig. Für gewerbliche Immobilien und Grundstücke gelten teils andere Regelungen – dort bleibt mehr Vertragsfreiheit erhalten.

Wie hoch sind typische Maklerprovisionssätze beim Immobilienkauf?

Die üblichen Gesamtprovisionen liegen zwischen 5,95 % und 7,14 % des Kaufpreises inklusive MwSt., aufgeteilt zwischen Käufer und Verkäufer.
Bundesland Gesamtprovision (inkl. MwSt.) Anteil Käufer
Bayern, Baden-Württemberg 7,14 % 3,57 %
Berlin, Brandenburg, Hamburg 7,14 % 3,57 %
Hessen 5,95 % 2,975 %
Nordrhein-Westfalen 7,14 % 3,57 %
Bremen 5,95 % 2,975 %

Konkret: Wer eine Wohnung für 400.000 Euro kauft, zahlt bei einem Käuferanteil von 3,57 % genau 14.280 Euro an Maklerprovision. Das ist kein Pappenstiel – und erklärt, warum das Thema Verhandlung so wichtig ist.

Wie berechnet sich die Maklercourtage bei Mietwohnungen?

Falls der Mieter selbst den Makler beauftragt, gilt eine gesetzliche Obergrenze von zwei Nettokaltmieten plus MwSt.

Bei einer Wohnung mit 900 Euro Kaltmiete wären das maximal 2.142 Euro (2 × 900 € + 19 % MwSt.). Viele unterschätzen diesen Betrag – zusammen mit Kaution und erster Miete kann die Wohnungsübergabe schnell über 5.000 Euro kosten, bevor man überhaupt eingezogen ist.

Wann wird die Maklerprovision fällig?

Die Provision wird fällig, sobald der vermittelte Vertrag rechtswirksam abgeschlossen ist – nicht früher.

Typischerweise stellt der Makler die Rechnung direkt nach Beurkundung des Kaufvertrags beim Notar. Zahlungsziel sind meist 14 bis 30 Tage. Wer schon beim Besichtigungstermin zur Zahlung aufgefordert wird, sollte hellhörig werden – das ist unüblich und ein mögliches Warnsignal.

Gibt es regionale Unterschiede bei Maklerkosten in Deutschland?

Ja, deutlich. Die Provisionshöhen und Kostenverteilungen unterscheiden sich historisch zwischen den Bundesländern erheblich.

Besonders in Hessen und Bremen war es lange üblich, dass nur der Käufer die Provision trägt – dafür aber zu niedrigeren Sätzen. In Bayern und Nordrhein-Westfalen war der Gesamtsatz traditionell höher, wurde aber zwischen beiden Parteien aufgeteilt. Seit der Reform 2020 hat sich das System zwar vereinheitlicht, die regionalen Gewohnheiten bei der konkreten Höhe bestehen aber fort.

Wie kann ich Maklerkosten vor Vertragsabschluss realistisch einschätzen?

Fragen Sie den Makler vor dem ersten Besichtigungstermin schriftlich nach der genauen Provisionshöhe und der Zahlungspflicht.

Der einfachste Weg: Den Gesamtprovisionssatz multiplizieren Sie mit dem Kaufpreis – fertig. Aber Vorsicht: Makler arbeiten manchmal mit Nettosätzen in der Kommunikation. Fragen Sie immer explizit nach dem Bruttobetrag inklusive MwSt. Außerdem sollte die Provision im Exposé ausgewiesen sein – das ist seit 2021 gesetzlich vorgeschrieben.

Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der Maklerprovision?

Marktlage, Immobilientyp, Verkaufskomplexität und regionale Gepflogenheiten bestimmen, was ein Makler tatsächlich verlangt.

In einem überhitzten Markt, wo Objekte sich quasi von selbst verkaufen, ist der Makler in der schwächeren Verhandlungsposition. In strukturschwachen Regionen oder bei schwer vermittelbaren Objekten dreht sich das Verhältnis um. Auch der Aufwand des Maklers spielt eine Rolle: Aufwendige Gutachten, Homestaging oder internationale Vermarktung können als Argument für höhere Sätze dienen.

Sind Maklerkosten verhandelbar?

Ja – aber nicht immer und nicht bei jedem Makler. Die Bereitschaft zur Verhandlung hängt stark von der Marktsituation ab.

In entspannten Märkten mit wenig Nachfrage ist die Bereitschaft deutlich höher. In begehrten Lagen wie München oder Frankfurt werden Makler kaum Abstriche machen – die nächste Anfrage kommt bestimmt. Trotzdem: Es schadet nie zu fragen. Reduktionen von 0,5 bis 1 Prozentpunkt sind in vielen Fällen möglich.

Welche Argumente helfen bei der Verhandlung von Maklergebühren?

Schnelle Kaufentscheidung, Barzahlung ohne Finanzierungsvorbehalt und Eigenkapitalstärke sind die wirksamsten Hebel.

Wer dem Makler signalisiert, dass er ernsthaft kaufbereit ist, sofort unterschreiben würde und keine komplizierte Finanzierung braucht, erhöht seinen Verhandlungsspielraum erheblich. Makler schätzen unkomplizierte Abwicklungen. Weitere hilfreiche Argumente:

  • Langjährige Erfahrung im Immobilienkauf vorweisen
  • Mehrere Objekte über denselben Makler anfragen
  • Finanzierungsbestätigung bereits vorliegen haben
  • Flexiblen Übergabetermin anbieten

Wann lohnt sich die Beauftragung eines Maklers trotz der Kosten?

Ein guter Makler amortisiert seine Provision durch Marktkenntnisse, Netzwerk und Verhandlungsführung – das ist keine Seltenheit.

Wer ohne lokale Kenntnisse in einen fremden Markt einsteigt oder wenig Zeit für die Suche hat, profitiert von einem professionellen Makler oft erheblich. Nicht selten verhandeln erfahrene Makler beim Kauf Preisreduktionen heraus, die ihre eigene Provision mehr als aufwiegen. Der Schlüssel liegt im richtigen Makler – nicht im Verzicht auf jeden Makler.

Kann ich Maklerkosten steuerlich absetzen?

Für Privatpersonen beim selbstgenutzten Kauf: nein. Als Werbungskosten oder Betriebsausgaben bei vermieteten Objekten: ja.

Wer eine Wohnung kauft und selbst einzieht, kann die Maklerprovision steuerlich nicht geltend machen. Anders bei Kapitalanlegern: Wird die Immobilie vermietet, zählt die Provision zu den Anschaffungsnebenkosten und erhöht die Abschreibungsbasis (AfA). Auch Maklerkosten bei der Suche nach einer beruflich genutzten Wohnung können unter Umständen als Werbungskosten abzugsfähig sein.

Welche Alternativen gibt es zur Beauftragung eines Maklers?

Direktverkauf, Online-Plattformen und Festpreis-Makler sind die wichtigsten Alternativen zum klassischen Provisionsmodell.

Immer mehr Verkäufer nutzen Plattformen wie ImmoScout24 oder Ebay Kleinanzeigen für den Direktverkauf. Das spart Provision, erfordert aber erheblichen Eigenaufwand. Festpreis-Makler berechnen einen fixen Betrag unabhängig vom Verkaufspreis – interessant bei hochpreisigen Objekten. Und dann gibt es noch Makler-Vergleichsportale, über die man Angebote einholen und Provisionen vergleichen kann.

Was passiert, wenn ich die Maklerprovision nicht zahle?

Der Makler kann den ausstehenden Betrag gerichtlich einfordern. Bei berechtigten Ansprüchen droht eine Klage.

Wer eine rechtlich wirksam vereinbarte Provision verweigert, riskiert ein Mahnverfahren und im Extremfall eine Zwangsvollstreckung. Wer dagegen meint, die Provision sei unrechtmäßig verlangt worden – zum Beispiel weil kein schriftlicher Maklervertrag existiert – sollte anwaltlichen Rat einholen, bevor er zahlt oder ablehnt.

Wie erkenne ich unseriöse Maklergebühren?

Vorzeitige Zahlungsforderungen, fehlende Schriftform und unklare Leistungsbeschreibungen sind klassische Warnsignale.

Seriöse Makler stellen ihre Provision erst nach erfolgreichem Vertragsabschluss in Rechnung. Wer vorab Bearbeitungsgebühren, Besichtigungspauschalen oder versteckte Kosten verlangt, bewegt sich rechtlich in einer Grauzone. Auch Makler ohne Impressum, ohne Gewerbenachweis oder ohne nachweisbare Referenzen sollten gemieden werden.

Müssen Maklerkosten in der Finanzierung berücksichtigt werden?

Unbedingt. Banken rechnen Maklerprovisionen zu den Kaufnebenkosten – sie müssen meist aus Eigenkapital finanziert werden.

Viele Käufer unterschätzen das. Wer eine Immobilie für 500.000 Euro kauft, zahlt zusätzlich zur Provision noch Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 %), Notarkosten (ca. 1,5 %) und Grundbuchgebühren. Zusammen mit der Maklerprovision können die Nebenkosten leicht 12 bis 15 % des Kaufpreises ausmachen. Das sind bei 500.000 Euro bis zu 75.000 Euro extra – fast immer aus Eigenmitteln.

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Welche Nebenkosten fallen zusätzlich zu Maklergebühren an?

Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sind die drei großen Pflichtposten neben der Maklerprovision.
  • Grunderwerbsteuer: 3,5 % bis 6,5 % je nach Bundesland
  • Notarkosten: ca. 1,0 bis 1,5 % des Kaufpreises
  • Grundbucheintragung: ca. 0,5 %
  • Ggf. Gutachterkosten, Gebäudeversicherung, Renovierungsrücklage

Wie spare ich bei der Wohnungssuche Maklerkosten?

Direktsuche über private Inserate, Netzwerke und provisionsfrei gekennzeichnete Objekte sind die effektivsten Wege.

Wer Zeit investiert, findet auf großen Plattformen regelmäßig Angebote ohne Maklercourtage. Auch Aushänge in Wohnvierteln, lokale Facebook-Gruppen oder der direkte Kontakt zu Hausverwaltungen können Provision sparen. Gerade in mittelgroßen Städten mit weniger angespannten Märkten ist dieser Weg deutlich realistischer als in München oder Berlin.

Was kostet ein Makler bei Neubauimmobilien?

Bei Neubauten zahlt häufig der Bauträger die Provision – oder sie ist im Kaufpreis bereits eingerechnet.

Viele Bauträger verkaufen ihre Projekte über eigene Vertriebsstrukturen oder beauftragte Makler, ohne dass der Käufer zusätzlich zur Kasse gebeten wird. Das bedeutet aber nicht, dass der Erwerb günstiger ist – die Kosten können im Kaufpreis versteckt sein. Lassen Sie sich immer eine detaillierte Aufschlüsselung des Preises geben.

Unterscheiden sich Maklerkosten zwischen Wohnung und Haus?

Der Provisionssatz ist meist gleich – aber bei höheren Kaufpreisen summiert sich der absolute Betrag entsprechend stärker.

Ein Einfamilienhaus für 700.000 Euro bedeutet bei 3,57 % Käuferprovision rund 24.990 Euro Maklerprovision. Eine Eigentumswohnung für 300.000 Euro kostet dagegen etwa 10.710 Euro. Der Prozentsatz ist identisch, die Dimension ist eine andere. Gerade bei hochpreisigen Häusern lohnt sich ein Verhandlungsgespräch besonders.

Welche Rechte habe ich gegenüber dem Makler bei der Provisionsabrechnung?

Sie haben das Recht auf eine nachvollziehbare, schriftliche Provisionsabrechnung und auf Prüfung der Grundlage des Anspruchs.

Verlangen Sie immer eine detaillierte Rechnung mit Leistungsbeschreibung, Provisionssatz und Berechnungsgrundlage. Wenn Sie Zweifel an der Rechtmäßigkeit haben – etwa weil kein schriftlicher Maklervertrag existiert oder der Vertragsabschluss streitig ist – ist Gegenwehr möglich. Die Beweislast für einen wirksam geschlossenen Maklervertrag liegt beim Makler.

Kann die Maklerprovision in Raten gezahlt werden?

Grundsätzlich ist eine Ratenzahlung möglich, aber nur wenn der Makler dem zustimmt – gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht.

Standardmäßig ist die Provision sofort nach Vertragsabschluss fällig. Wer in Liquiditätsengpässen steckt, kann versuchen, eine Ratenvereinbarung zu verhandeln – manchmal klappt das, oft nicht. Besser: Die Provision von Anfang an in die Finanzierungsplanung einrechnen, statt im Nachhinein verhandeln zu müssen.

Was bedeutet die Teilung der Maklerkosten beim Immobilienkauf?

Das Halbteilungsprinzip nach § 656c BGB verpflichtet Verkäufer und Käufer zur gleichen Provisionsleistung – keine Seite darf mehr zahlen als die andere.

Das klingt einfacher als es ist. In der Praxis versuchen manche Makler, die gesetzlich vorgeschriebene Teilung durch vertragliche Gestaltungen zu umgehen. Achten Sie darauf, dass im Maklervertrag die genaue Aufteilung transparent ausgewiesen wird. Wenn Ihnen einseitig die volle Provision berechnet wird und kein Ausnahmetatbestand vorliegt, ist das anfechtbar.

Häufige Fragen zu Maklerkosten

Wie viel Prozent Maklerprovision ist beim Hauskauf normal?

In den meisten Bundesländern sind 7,14 % Gesamtprovision üblich, aufgeteilt auf Käufer und Verkäufer je 3,57 %. In Hessen und Bremen liegt der Satz traditionell bei 5,95 %.

Kann ich als Käufer die Maklerprovision komplett vermeiden?

Ja – indem Sie gezielt provisionsfrei inserierte Objekte suchen, direkt beim Eigentümer kaufen oder Objekte über Bauträger erwerben. Das kostet jedoch deutlich mehr Eigenaufwand und Zeit.

Wann muss die Maklerprovision spätestens gezahlt werden?

Die Provision wird unmittelbar nach Vertragsabschluss fällig – meist innerhalb von 14 bis 30 Tagen nach Rechnungsstellung. Vorauszahlungen vor Vertragsabschluss sind unüblich und rechtlich bedenklich.

Gilt das Bestellerprinzip auch beim Hauskauf?

Nein. Das Bestellerprinzip gilt ausschließlich bei der Vermietung von Wohnungen. Beim Kauf gilt seit 2020 das Halbteilungsprinzip gemäß § 656c BGB.

Muss die Provision im Exposé ausgewiesen werden?

Ja, seit der Reform 2020 ist die Provisionsangabe im Exposé bei Wohnimmobilien gesetzlich verpflichtend. Fehlt sie, sollten Sie beim Makler aktiv nachfragen.

Fazit

Maklerkosten richtig einzuschätzen ist kein Hexenwerk – aber es erfordert etwas Vorbereitung. Wer die gesetzlichen Rahmenbedingungen kennt, regionale Unterschiede einkalkuliert und frühzeitig das Gespräch mit dem Makler sucht, ist klar im Vorteil. Die Provision ist kein Festpreis vom Himmel, sondern ein verhandelbarer Kostenpunkt in einer der größten Kaufentscheidungen des Lebens. Wer das begreift, trifft bessere Entscheidungen – und zahlt am Ende häufig weniger.

Peter Mälzer
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