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Heizkosten senken: Der komplette Leitfaden 2026

Heizkosten gehören für die meisten Haushalte zu den größten monatlichen Ausgabeposten – und sie lassen sich tatsächlich dauerhaft senken. Nicht durch einen einzelnen Trick, sondern durch eine durchdachte Kombination aus angepasstem Heizverhalten, technischer Optimierung bestehender Anlagen und – wo wirtschaftlich sinnvoll – strukturellen Maßnahmen an der Gebäudehülle oder der Heizungstechnik selbst. Dieser Leitfaden zeigt, was wirklich wirkt, was sich rechnet und was Sie unabhängig vom Eigentümerstatus sofort umsetzen können.

Kurz zusammengefasst

Seiteninhalt

  • Richtiges Heizverhalten, Thermostateinstellungen und Lüftungsroutine senken Heizkosten ohne Investition sofort.
  • Hydraulischer Abgleich, Heizkurvenoptimierung und moderne Pumpen bringen 10–20 % Einsparung bei überschaubarem Aufwand.
  • Dämmmaßnahmen und Heizungstausch bieten die größte Langzeitwirkung, erfordern aber Planung und Investition.
  • Staatliche Förderungen (KfW, BAFA) decken teils bis zu 70 % der Investitionskosten ab.
  • Mieter und Eigentümer haben unterschiedliche Möglichkeiten – aber beide haben mehr Handlungsspielraum als oft gedacht.
⚠ Wichtiger Hinweis

Alle Einsparpotenziale in diesem Artikel beziehen sich auf Durchschnittswerte. Tatsächliche Ergebnisse variieren je nach Gebäudezustand, Nutzungsverhalten und lokalen Energiepreisen. Für verbindliche Wirtschaftlichkeitsberechnungen empfiehlt sich eine individuelle Energieberatung – gefördert durch das BAFA mit bis zu 80 % der Beratungskosten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart rund 6 % Heizenergie
  • Hydraulischer Abgleich: Pflicht bei neuen Heizungen, 10–15 % Einsparpotenzial
  • Fassadendämmung reduziert Wärmeverluste um bis zu 30 %
  • Wärmepumpen erreichen Effizienzwerte (COP) von 3 bis 5 – also 3–5 facher Energieertrag pro eingesetzter kWh Strom
  • CO2-Bepreisung macht fossile Brennstoffe Jahr für Jahr teurer – der Umstieg zahlt sich früher aus als viele denken

„Die teuerste Heizung ist nicht die ineffizienteste Anlage im Keller – es ist das falsche Nutzungsverhalten, das täglich Geld verbrennt. Wer zuerst am Verhalten ansetzt und dann gezielt in Technik investiert, hat die Nase vorn.“

MR
Martin Riedel
Gebäudeenergieberater, 14 Jahre Praxiserfahrung in Sanierungsberatung und Heizungsoptimierung, ehem. Gutachter für kommunale Energieprogramme

Was sind die häufigsten Ursachen für hohe Heizkosten?

Schlechte Dämmung, eine ineffiziente oder falsch eingestellte Heizung sowie falsches Nutzungsverhalten verursachen den Großteil unnötig hoher Heizkosten.

In der Praxis zeigt sich immer wieder dasselbe Bild: Die Heizung läuft auf zu hoher Vorlauftemperatur, der hydraulische Abgleich wurde nie gemacht, und im Schlafzimmer hängt ein Thermostat dauerhaft auf Stufe 4. Dazu kommt eine Gebäudehülle, die – vor allem in Häusern aus den 60er bis 90er Jahren – Wärme wie ein Sieb verliert. Das sind keine Einzelfälle, das ist der Normalzustand in Millionen Haushalten.

Hinzu kommt die CO2-Bepreisung: Sie verteuert Gas und Öl jährlich planmäßig weiter. Wer heute noch mit einer alten Gasheizung aus dem Jahr 2002 heizt, zahlt nicht nur für Ineffizienz – er zahlt auch eine wachsende Klimaabgabe, die bis 2026 auf 55 Euro pro Tonne CO2 steigt.

Wie viel Heizkosten kann ich realistisch einsparen?

Durch konsequente Kombination aller Maßnahmen lassen sich 30 bis 60 % der jährlichen Heizkosten einsparen – je nach Ausgangszustand des Gebäudes.
Maßnahme Einsparpotenzial Investition (ca.) Amortisation
Optimales Heizverhalten 5–15 % 0 € sofort
Hydraulischer Abgleich 10–15 % 300–800 € 1–3 Jahre
Smarte Thermostate 8–12 % 150–500 € 2–4 Jahre
Kellerdeckendämmung 5–10 % 500–2.000 € 4–8 Jahre
Dachdämmung 15–25 % 5.000–15.000 € 8–15 Jahre
Fassadendämmung 20–30 % 15.000–40.000 € 10–20 Jahre
Fenstererneuerung 10–15 % 4.000–15.000 € 12–20 Jahre
Heizungstausch (z.B. Wärmepumpe) 30–60 % 12.000–25.000 € 8–18 Jahre

Welche sofort umsetzbaren Maßnahmen senken meine Heizkosten ohne Investition?

Raumtemperatur senken, richtig lüften, Thermostate korrekt einstellen und Heizkörper entlüften – das kostet nichts und bringt sofort messbare Einsparungen.

Wie senke ich meine Heizkosten durch richtiges Heizverhalten?

Wer sein Heizverhalten nicht hinterfragt, verschenkt täglich Geld. Die gute Nachricht: Kleine Anpassungen wirken sofort. Schon eine Absenkung der Raumtemperatur um zwei Grad reduziert den Energieverbrauch um etwa 12 % – das entspricht bei einem Durchschnittshaushalt schnell 150 bis 250 Euro pro Jahr.

Konkret empfehlenswert:

  • a) Wohnräume tagsüber auf 19–21 °C halten, nicht auf 23–24 °C
  • b) Schlafzimmer auf 16–18 °C absenken – das fördert nebenbei auch die Schlafqualität
  • c) Selten genutzte Räume auf 15–17 °C drosseln, aber nie vollständig abdrehen
  • d) Heizkörper nicht durch Möbel, Vorhänge oder Abdeckungen verdecken

Wie oft und wie lange sollte ich zum Heizkosten sparen lüften?

Kurzes, kräftiges Stoßlüften für 5–10 Minuten ist deutlich effizienter als stundenlang auf Kipp gelassene Fenster.

Das Kipplüften ist einer der teuersten Alltagsfehler in deutschen Haushalten. Stundenlang geöffnete Kippfenster kühlen die Wände aus – und die Wand wieder aufzuwärmen, kostet weit mehr Energie als die kurze Stoßlüftung. Zwei- bis dreimal täglich 5–10 Minuten Querlüften reichen für den notwendigen Luftaustausch vollständig aus.

Soll ich nachts die Heizung abschalten oder durchheizen?

Nachtabsenkung auf 16–17 °C spart Energie, vollständiges Abschalten lohnt sich dagegen nur in sehr gut gedämmten Gebäuden.

In schlecht gedämmten Altbauten dauert das Wiederaufheizen morgens so lang und verbraucht so viel Energie, dass sich das vollständige Abschalten nicht rechnet. Die Nachtabsenkung ist der sinnvolle Mittelweg – am einfachsten automatisiert durch programmierbare Thermostate oder ein Smart-Home-System.

Welche Rolle spielen Vorhänge und Rollläden beim Heizkosten senken?

Unterschätzte Helfer. Geschlossene Rollläden und dichte Vorhänge reduzieren nächtliche Wärmeverluste durch Fenster spürbar – bei älteren Einfachverglasungen um bis zu 15 %. Selbst bei modernen Dreifachverglasungen bringt das Schließen noch einige Prozent. Wer das konsequent umsetzt, merkt es bei der nächsten Jahresabrechnung.

Welche technischen Optimierungen senken meine Heizkosten am effektivsten?

Hydraulischer Abgleich, Heizkurvenoptimierung und der Austausch alter Heizungspumpen bieten das beste Verhältnis aus Aufwand und dauerhafter Einsparung.

Was ist ein hydraulischer Abgleich und wie viel spart er?

Der hydraulische Abgleich ist eine Einstellung, bei der alle Heizkörper im Gebäude gleichmäßig mit Heizwasser versorgt werden. Ohne diesen Abgleich läuft oft die Hälfte der Heizkörper zu heiß – während die anderen kaum warm werden. Die Heizung läuft auf Hochtouren, das Ergebnis bleibt trotzdem unbefriedigend.

Expert Insight

Der hydraulische Abgleich ist seit 2023 bei förderfähigen Heizungsmodernisierungen im Rahmen der BEG-Förderung Pflicht. In der Praxis spart er im Schnitt 10–15 % Heizenergie – und verbessert gleichzeitig den Komfort erheblich, weil alle Räume gleichmäßig warm werden. Die Kosten für einen Fachbetrieb liegen je nach Gebäudegröße zwischen 300 und 800 Euro.

Wie senke ich Heizkosten durch Optimierung der Heizkurve?

Die Heizkurve bestimmt, wie stark die Heizung bei Außenkälte aufdreht. Eine zu steil eingestellte Kurve ist Energieverschwendung.

Viele Heizungen kommen ab Werk mit zu aggressiv eingestellten Heizkurven aus der Fabrik – oder wurden beim Einbau nie korrekt eingestellt. Eine flachere Heizkurve, die der Wohnqualität des Gebäudes entspricht, kann 5–10 % Energie sparen. Das erledigt ein Heizungsfachmann in wenigen Minuten.

Was bringt die Absenkung der Vorlauftemperatur?

Hohe Vorlauftemperaturen verringern den Wirkungsgrad moderner Brennwertgeräte erheblich. Wer die Vorlauftemperatur von 75 auf 55 Grad Celsius absenkt, kann bei einem Brennwertgerät 5–12 % mehr Effizienz herausholen. Bei Wärmepumpen ist eine niedrige Vorlauftemperatur sogar entscheidend für deren Wirtschaftlichkeit – ideale Werte liegen hier bei 35–45 °C.

Wie helfen smarte Thermostate beim Heizkosten senken?

Smarte Thermostate wie jene von tado°, Netatmo oder Bosch lernen Nutzungsverhalten und passen die Heizung automatisch an. Sie erkennen, wann das Haus leer steht, und schalten in den Sparmodus. Studien zeigen Einsparungen von 8–12 % – vorausgesetzt, die Grundeinstellungen der Heizung stimmen bereits.

Sollte ich meine Heizungspumpe austauschen?

Alte Heizungspumpen aus den 1990er Jahren verbrauchen 80–150 Watt Strom dauerhaft. Moderne Hocheffizienzpumpen kommen mit 5–20 Watt aus.

Der Austausch kostet inklusive Einbau rund 300–600 Euro und amortisiert sich durch die Stromersparnis in 2–4 Jahren. Wer noch eine alte Pumpe betreibt, zahlt jährlich bis zu 200 Euro unnötig – und das 24 Stunden täglich, 8 Monate im Jahr.

Wie oft muss ich meine Heizung warten lassen?

Jährliche Wartung ist keine bürokratische Pflicht, sondern echter Sparfaktor. Eine schlecht gewartete Gasheizung verbraucht messbar mehr Brennstoff. Die jährlichen Wartungskosten von 150–300 Euro zahlen sich durch den optimierten Betrieb meist vollständig zurück.

Welche Dämmmaßnahmen senken meine Heizkosten am stärksten?

Dachdämmung und Fassadendämmung haben das größte Einsparpotenzial. Kellerdeckendämmung ist günstiger und amortisiert sich schneller.

Wie viel spare ich durch Fassadendämmung?

Bei einem unsanierten Einfamilienhaus aus den 70er Jahren kann eine Fassadendämmung den Heizenergiebedarf um 20–30 % senken. Bei einem Haus mit 150 m² Wohnfläche und einem Verbrauch von 2.000 Liter Heizöl pro Jahr bedeutet das eine Ersparnis von 400–600 Liter jährlich. Bei aktuellen Energiepreisen kommt da schnell eine vierstellige Summe zusammen.

Dachdämmung

15–25 % weniger Wärmeverlust. Besonders wirksam bei bewohnten Dachgeschossen. Aufsparrendämmung bietet die beste Wirkung, Zwischensparrendämmung ist günstiger.

Kellerdeckendämmung

5–10 % Einsparung. Günstigste Dämmoption im Vergleich. Mit Mineralwolle oder Hartschaum selbst realisierbar – Kosten ab ca. 20 €/m².

Wie viel spare ich durch den Austausch alter Fenster?

Einfachverglaste Fenster haben einen U-Wert von rund 5,0 W/(m²K) – moderne Dreifachverglasungen erreichen 0,7 W/(m²K). Das klingt technisch, bedeutet in der Praxis aber: bis zu 85 % weniger Wärmeverlust durch die Glasfläche. Allerdings machen Fenster nur einen Teil der Gebäudehülle aus – der Unterschied in der Gesamtrechnung liegt realistisch bei 10–15 % Heizenergie.

Wie erkenne ich Wärmebrücken?

Wärmebrücken sind Stellen an der Gebäudehülle, an denen Wärme besonders schnell nach außen entweicht: Fensterlaibungen, Balkondurchdringungen, schlecht gedämmte Rollladenkästen. Eine Thermografiekamera macht sie sichtbar. Viele Energieberater bieten diese Analyse als Teil der Beratung an. Auch Apps mit Infrarotaufsatz für Smartphones liefern erste Hinweise.

Wann lohnt sich ein Heizungstausch?

Heizungsanlagen, die älter als 15–20 Jahre sind, arbeiten deutlich ineffizienter als moderne Systeme. Ein Tausch lohnt sich meist schon aus wirtschaftlichen Gründen.

Welche Heizung verursacht die niedrigsten laufenden Kosten?

Die Wärmepumpe ist bei gut gedämmten Gebäuden und moderaten Strompreisen langfristig die günstigste Lösung. Sie erzeugt mit 1 kWh Strom 3–5 kWh Wärme. Pelletheizungen sind bei hohem Wärmebedarf wirtschaftlich attraktiv. Fernwärme variiert stark je nach Anbieter und Region.

Expert Insight

Der Umstieg von einer alten Ölheizung auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe spart bei einem typischen Einfamilienhaus mit 150 m² rund 800–1.500 Euro Heizkosten pro Jahr – abhängig von Strompreis, Gebäudedämmung und Nutzungsverhalten. Mit BAFA-Förderung von bis zu 70 % der Investitionskosten kann sich das System in unter 10 Jahren amortisieren.

Was kostet eine Pelletheizung und wie viel spare ich dauerhaft?

Eine Pelletheizung kostet inklusive Einbau und Lagerraum 18.000–30.000 Euro. Pellets sind aktuell günstiger als Gas oder Öl – und CO2-neutral. Jährliche Einsparungen gegenüber einer alten Ölheizung liegen bei 500–1.200 Euro. Wichtig: Pelletpreise können schwanken, der langfristige Kostenvorteil hängt auch von der Marktentwicklung ab.

Wie kombiniere ich Solarthermie mit meiner Heizung?

Solarthermieanlagen unterstützen vor allem die Warmwasserbereitung und können im Übergangsseitraum auch die Heizung entlasten. Eine typische Anlage für ein Einfamilienhaus (8–12 m² Kollektorfläche) deckt 50–70 % des Warmwasserbedarfs ab. In Kombination mit einer Wärmepumpe oder einem Pufferspeicher steigt die Effizienz des Gesamtsystems deutlich.

Welche Förderungen gibt es für heizkosten-senkende Maßnahmen?

Die wichtigsten Programme sind die BEG-Förderung über BAFA und KfW sowie die steuerliche Absetzbarkeit energetischer Sanierungen gemäß § 35c EStG.

KfW und BAFA: Was wird konkret gefördert?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert Einzelmaßnahmen über das BAFA und Komplettsanierungen über die KfW. Für den Heizungstausch zu einer Wärmepumpe gibt es seit 2024 einen Basisbonus von 30 % – ergänzt durch Klima-Speed-, Einkommens- und Effizienzbonus auf bis zu 70 %. Dämmmaßnahmen werden mit 15 % gefördert, mit Energieberater-Begleitung (iSFP) auf bis zu 20 %.

Gibt es steuerliche Vorteile bei energetischen Sanierungen?

Ja: § 35c EStG erlaubt Eigentümern selbst genutzter Immobilien eine Steuerermäßigung von 20 % der Sanierungskosten, verteilt auf drei Jahre.

Der Maximalbetrag liegt bei 40.000 Euro Steuerermäßigung pro Objekt – was bedeutet, dass Maßnahmen bis 200.000 Euro förderfähig sind. Wer sowohl BAFA-Zuschuss als auch Steuerermäßigung kombinieren will, muss aufpassen: Doppelförderung ist nicht zulässig. Der Energieberater hilft beim optimalen Förder-Mix.

Lohnt sich ein Energieberater?

Fast immer. Ein guter Energieberater erarbeitet einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), priorisiert Maßnahmen nach Wirtschaftlichkeit und sichert die Förderfähigkeit. Die Beratungskosten von 1.000–1.500 Euro werden vom BAFA mit 80 % gefördert. De facto kostet der Energieberater also 200–300 Euro – und bringt im Gegenzug oft Einsparungen im vier- bis fünfstelligen Bereich.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Mietern und Eigentümern?

Was kann ich als Mieter tun?

Mieter können Heizverhalten optimieren, smarte Thermostate anbringen und bestimmte bauliche Mängel vom Vermieter einfordern.

Die größten Hebel für Mieter liegen im Verhalten: Raumtemperatur, Lüftungsroutine, Thermostateinstellung. Darüber hinaus können Mieter in der Regel auch smarte Thermostate selbst montieren, wenn keine dauerhaften Eingriffe nötig sind. Wichtiger Punkt: Laut GEG und Mietrecht sind Vermieter verpflichtet, eine funktionsfähige und effiziente Heizungsanlage zu stellen. Wer eine Heizung nutzt, die offensichtlich ineffizient oder defekt ist, kann das beim Vermieter reklamieren.

Muss mein Vermieter die Heizung optimieren lassen?

Vermieter sind nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) dazu verpflichtet, veraltete Heizungsanlagen zu ersetzen – unter bestimmten Bedingungen. Außerdem gibt es ab 2025 eine Modernisierungspflicht für Öl- und Gasheizungen in Mehrfamilienhäusern im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung. Wer als Mieter konkrete Mängel an der Heizungsanlage nachweisen kann, hat unter Umständen Anspruch auf Mietminderung.

Wie kann ich als Eigentümer langfristig Heizkosten reduzieren?

Der Sanierungsfahrplan ist das wichtigste Werkzeug. Er priorisiert Maßnahmen nach energetischer Wirkung und wirtschaftlicher Sinnhaftigkeit – und stellt sicher, dass keine Maßnahme eine spätere optimale Maßnahme verhindert. Wer zum Beispiel zuerst die Fassade dämmt und dann die Wärmepumpe einbaut, profitiert doppelt: niedrigere Vorlauftemperatur, höherer Wirkungsgrad.

Wie beeinflussen Energiepreise meine Heizkosten-Strategie?

Welche Energiepreisentwicklung ist für 2026 und 2027 zu erwarten?

Die CO2-Bepreisung steigt planmäßig: von 45 Euro/Tonne CO2 in 2025 auf 55–65 Euro in 2026/2027. Das verteuert Gas und Öl systematisch weiter. Wer noch fossil heizt, zahlt diesen Aufschlag automatisch. Strom hingegen könnte durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien mittelfristig günstiger oder zumindest stabiler werden – was Wärmepumpen attraktiver macht.

Lohnt sich ein variabler oder fester Energietarif?

Feste Tarife bieten Planungssicherheit, variable Tarife können bei sinkenden Marktpreisen günstiger sein – haben aber auch Kursrisiko nach oben.

Für die meisten Haushalte ist ein Festpreistarif für 12 Monate sinnvoller, weil er kalkulierbar ist. Variable Tarife lohnen sich vor allem dann, wenn man bereit ist, Verbrauch aktiv am Marktpreis zu orientieren – etwa bei Wärmepumpen in Kombination mit einem Smart-Home-System.

Wie kontrolliere ich meine Heizkostenersparnis?

Regelmäßige Zählerablesung, Heizkostenabrechnung im Jahresvergleich und Vergleich mit Richtwerten zeigen, ob Maßnahmen wirken.

Ein realistischer Orientierungswert: Gut sanierte Gebäude verbrauchen 60–100 kWh Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr. Unsanierte Altbauten oft 200–250 kWh/m². Wer seinen Verbrauch kennt und regelmäßig abliest, kann Optimierungen direkt messen. Apps wie tado°, Brunata oder einfache Haushaltsbuch-Apps ermöglichen das Tracking ohne großen Aufwand.

Welche Fehler sollte ich beim Heizkosten senken vermeiden?

Warum ist falsches Lüften teurer als richtiges Heizen?

Gekippte Fenster über Stunden sind energetisch vergleichbar mit einem kleinen offenen Loch in der Wand – Wärme entweicht kontinuierlich, die Wandtemperatur sinkt, und die Heizung muss dauerhaft mehr leisten. Das klingt dramatisch, ist aber physikalisch korrekt. Stoßlüften kostet nur einen Bruchteil davon.

Kann zu wenig Heizen Schimmel und höhere Folgekosten verursachen?

Ja. Dauerhaft zu kühle Raumtemperaturen fördern Schimmelbildung, besonders an Außenwänden und in Badezimmern.

Schimmel ist nicht nur gesundheitsschädlich, er ist auch teuer: Beseitigung, Renovierung und mögliche rechtliche Auseinandersetzungen übersteigen die kurzfristige Heizersparnis bei Weitem. Mindestens 15 °C in allen Räumen sind als Untergrenze zu empfehlen – auch in ungenutzten Zimmern.

Welche Maßnahmen rechnen sich nicht?

Infrarotheizungen als Raumheizung für ganze Wohnungen sind energetisch teuer, da sie direkt Strom in Wärme umwandeln – ohne den Multiplikatoreffekt der Wärmepumpe. Einzelraumheizgeräte mit Strom kosten pro kWh Wärme deutlich mehr als eine gut eingestellte Zentralheizung. Auch überteuerte „Energiespar-Additive“ für Heizungsanlagen aus dem Internet halten selten, was sie versprechen.

Welche Kombination von Maßnahmen senkt Heizkosten am effektivsten?

Die wirksamste Strategie kombiniert sofortige Verhaltensoptimierung mit technischer Feinabstimmung und – mittel- bis langfristig – strukturellen Investitionen nach Sanierungsfahrplan.

Das Vorgehen in der Praxis: Zuerst Verhalten anpassen (kostenlos, sofortige Wirkung). Dann Heizungsanlage optimieren (hydraulischer Abgleich, Heizkurve, Pumpe). Danach Gebäudehülle schrittweise verbessern – beginnend mit der wirtschaftlichsten Maßnahme (oft Kellerdecke oder Dach). Abschließend – wenn wirtschaftlich und gefördert sinnvoll – den Heizungsträger wechseln. In dieser Reihenfolge vorzugehen verhindert, dass eine Maßnahme eine spätere behindert oder überdimensioniert wird.

Häufige Fragen zu Heizkosten senken

Wie viel Heizkosten spare ich, wenn ich die Temperatur um 1 Grad senke?

Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart rund 5–6 % Heizenergie. Bei einem Jahresverbrauch von 2.000 Euro bedeutet das rund 100–120 Euro Ersparnis pro Grad – ohne jede Investition.

Wann muss mein Vermieter die alte Heizung ersetzen?

Laut GEG dürfen Öl- und Gasheizungen nach einem Eigentümerwechsel oder bei bestimmten Sanierungsvorgaben nicht mehr betrieben werden. Die kommunale Wärmeplanung legt außerdem regionale Fristen für Heizungsumrüstungen fest.

Ist eine Wärmepumpe auch für Altbauten geeignet?

Ja, aber nur wenn das Gebäude ausreichend gedämmt ist und die Heizkörper groß genug sind für niedrige Vorlauftemperaturen. Eine Vorabprüfung durch einen Energieberater ist in diesem Fall dringend empfehlenswert.

Wie hoch ist die BAFA-Förderung für eine neue Wärmepumpe 2025?

Der Basisbonus liegt bei 30 %, mit Klima-Speed-Bonus (Austausch fossiler Heizung) bei 35 %, mit Einkommensbonus bei bis zu 70 % der förderfähigen Kosten. Die maximale Fördersumme beträgt 30.000 Euro pro Wohneinheit.

Was ist ein realistischer Heizenergieverbrauch für ein modernes Einfamilienhaus?

Ein gut saniertes Einfamilienhaus verbraucht 60–100 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Ein unsanierter Altbau kann mit 200–250 kWh/m² das Dreifache verbrauchen. KfW-Effizienzhäuser (KfW 40) kommen auf unter 40 kWh/m².

Fazit

Heizkosten dauerhaft zu senken ist keine Frage des Alles-oder-nichts. Wer heute mit dem Verhalten anfängt, morgen die Heizung optimieren lässt und übermorgen systematisch in Dämmung oder einen neuen Wärmeerzeuger investiert, baut sich einen echten und messbaren Kostenvorteil auf – der sich mit steigenden CO2-Abgaben und Energiepreisen jedes Jahr weiter auszahlt. Die Förderkulisse war selten so gut wie jetzt. Der beste Zeitpunkt zum Handeln ist nicht irgendwann. Er ist jetzt.

Peter Mälzer
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