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Trockenbauwand errichten: Komplette Anleitung 2026

Eine Trockenbauwand ist eine nicht tragende Innenwand, die ohne Mörtel oder Beton aus einem Metallständerwerk und Gipskartonplatten aufgebaut wird. Wer einen Raum teilen, eine Installationswand verkleiden oder eine Vorsatzschale anlegen möchte, kann das mit überschaubarem Werkzeug und etwas Sorgfalt tatsächlich selbst erledigen – und spart dabei im Vergleich zum Handwerker oft mehrere Hundert Euro.

Kurz zusammengefasst

Seiteninhalt

  • Trockenbauwände bestehen aus UW-/CW-Profilen und Gipskartonplatten – keine Nassarbeit, keine langen Trocknungszeiten.
  • Das Errichten einer einfachen Trennwand dauert als Einsteiger 1–2 Tage inklusive Verspachtelung.
  • Für Feuchträume, Brandschutz- oder Schallschutzanforderungen gibt es speziell ausgewiesene Plattentypen.
  • Baugenehmigungen sind für nicht tragende Innenwände in den meisten Fällen nicht erforderlich.
Wichtiger Hinweis: Alle Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf nicht tragende Innenwände im privaten Wohnbereich. Wer tragende Wände verändern, abreißen oder neue Öffnungen in bestehende Strukturen brechen möchte, braucht zwingend eine Fachkraft und ggf. eine Baugenehmigung. Im Zweifelsfall immer beim zuständigen Bauamt nachfragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ständerwerk aus UW- und CW-Profilen bildet das Skelett der Wand
  • Gipskartonplatten von Rigips oder Knauf werden mit Trockenbauschrauben befestigt
  • Fugen mit Fugenspachtel und Armierungsband schließen, schleifen, grundieren
  • Mineralwolle verbessert Schall- und Wärmeschutz erheblich
  • Doppelte Beplankung steigert Schall- und Brandschutz deutlich
MF
Markus Feldmann – Bautechniker & freier Autor für Heimwerker-Themen
15 Jahre Erfahrung in der Bauleitung, davon 6 Jahre in der Trockenbauplanung für Wohnprojekte. Renoviert nebenbei regelmäßig Altbauwohnungen in Eigenregie.

„Trockenbau ist das ideale Einstiegsprojekt für ambitionierte Heimwerker – aber nur, wenn man das Ständerwerk sauber aufbaut. Der Rest ist lernbar. Der Rahmen nicht.“

Was ist eine Trockenbauwand und wofür wird sie verwendet?

Eine Trockenbauwand ist eine nicht tragende Innenwand aus Metallprofilen und Gipskartonplatten – schnell, sauber und ohne feuchte Baustoffe.

Im Unterschied zu gemauerten Wänden kommt Trockenbau vollständig ohne Mörtel oder Beton aus. Das bedeutet: kein Aushärten, keine Feuchtigkeitsbelastung im Raum, kein wochenlanger Bauprozess. Typische Einsatzbereiche sind Raumteiler in Wohnzimmern oder Schlafzimmern, Installationswände im Bad, Vorsatzschalen vor altem Mauerwerk sowie abgehängte Decken.

Besonders in Altbauten ist Trockenbau eine elegante Lösung, um Wärmebrücken hinter einer Vorsatzschale zu verstecken oder Elektroleitungen sauber zu führen, ohne die Bestandswand anzutasten. Gipskarton ist dabei das am häufigsten genutzte Material – Marken wie Rigips und Knauf dominieren den deutschen Markt.

Welche Vorteile bietet das selbstständige Errichten einer Trockenbauwand?

Hauptvorteil: deutlich niedrigere Kosten und volle Kontrolle über Materialwahl, Timing und Ausführung.

Wer selbst Hand anlegt, zahlt vor allem Material – keine Lohnkosten, keine Wartezeiten auf Handwerkertermine. Eine einfache Trennwand mit 10 m² kostet im Materialeinkauf etwa 80–150 Euro. Ein Fachbetrieb würde dafür inklusive Arbeit schnell 400–700 Euro berechnen. Der Unterschied ist erheblich, besonders bei größeren Projekten.

Dazu kommt ein praktischer Lerneffekt. Wer einmal verstanden hat, wie Ständerwerk und Gipskarton zusammenspielen, kann später auch Vorsatzschalen, abgehängte Decken oder Installationswände selbst realisieren. Das Handwerk ist erlernbar – auch ohne Vorwissen.

Für welche Räume und Projekte eignet sich eine Trockenbauwand?

Trockenbau funktioniert in fast jedem Innenraum – mit der richtigen Plattenauswahl auch im Feuchtraum.

Wohnzimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Flure, Keller – überall dort, wo Räume aufgeteilt, verkleidet oder neu gestaltet werden sollen, ist Trockenbau eine valide Lösung. Selbst im Badezimmer und in der Küche ist es möglich, wenn man auf feuchtraumgeeignete Gipskartonplatten (grüne Platten, z. B. Rigips RB) oder zementgebundene Bauplatten setzt.

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Für den Keller mit erhöhter Feuchtigkeitsbelastung empfehlen sich Fermacell- oder OSB-Platten als robustere Alternativen. Das Prinzip des Ständerwerks bleibt dabei immer gleich.

Was sind die Nachteile oder Einschränkungen von Trockenbauwänden?

Trockenbauwände sind nicht für Lasten ausgelegt wie Mauerwerk und bieten von Haus aus weniger Schallschutz.

Ein einzellagenbeplankte Trockenbauwand ohne Dämmung ist schallakustisch schwach. Wer ruhige Schlafzimmer oder Homeoffices trennen möchte, muss mit Mineralwolle, doppelter Beplankung und entkoppelten Profilen arbeiten – sonst wird man jedes Gespräch aus dem Nachbarraum hören. Das ist kein Mythos, das ist Physik.

Schwere Lasten – Küchenhängeschränke, große Fernseher, Wasseranschlüsse – brauchen entweder Verstärkungen im Ständerwerk, OSB-Einlagen oder spezielle Hohlraumdübel. Wer das ignoriert, riskiert, dass Dübel einfach aus dem Gips herausreißen.

Welche Arten von Trockenbauwänden gibt es?

Die drei häufigsten Typen sind Trennwände, Vorsatzschalen und Installationswände – jede mit spezifischem Aufbau.
Typ Einsatz Besonderheit
Trennwand Raumteilung, neue Wohneinheiten Beidseitig beplankt, Dämmung innen
Vorsatzschale Verkleidung von Außen-/Bestandswänden Einseitig, an bestehende Wand gestellt
Installationswand Leitungsführung, WC-Träger Tiefere Konstruktion, Sanitärtechnik dahinter
Abgehängte Decke Raumakustik, Technikverkleidung CD-/UD-Profile statt CW/UW

Was ist der Unterschied zwischen einer Trennwand und einer Vorsatzschale?

Eine Trennwand teilt Räume vollständig, eine Vorsatzschale verkleidet lediglich eine bestehende Wand.

Die Vorsatzschale steht typischerweise mit 2–5 cm Abstand vor der Bestandswand und dient der Wärmedämmung, Leitungsführung oder Ausgleich von unebenem Mauerwerk. Sie benötigt kein vollständiges Ständerwerk – oft reicht eine Lattung oder ein einfaches UA-Profil als Unterkonstruktion. Die Trennwand hingegen steht frei im Raum und muss statisch sauber verankert sein.

Welche Materialien werden für den Bau einer Trockenbauwand benötigt?

Im Kern braucht man UW-Profile, CW-Profile, Gipskartonplatten, Trockenbauschrauben, Fugenspachtel und Armierungsband.

Dazu kommen Dübel für die Profilbefestigung, Mineralwolle als Dämmung, Dichtungsband unter den Bodenprofilen und Grundierung vor dem Endanstrich. Wer eine Türöffnung plant, benötigt zudem ein verstärktes UA-Profil als Sturz und Türlaibung. Diese Details werden oft unterschätzt – gerade beim ersten Projekt.

Expert Insight

Dichtungsband unter dem UW-Profil ist kein optionales Extra. Es entkoppelt das Profil vom Untergrund, verhindert Schallbrücken und schützt vor Feuchtigkeit durch kapillaren Aufstieg. Wer es weglässt, verliert einen Teil des Schallschutzes, der sich später kaum noch nachrüsten lässt.

Welche Gipskartonplatten-Typen gibt es und wann werden sie eingesetzt?

Standard (weiß), Feuchtraum (grün), Brandschutz (rosa/rot) und Schallschutz (schwer, grau) – jeder Typ hat seinen Platz.

Für Wohnräume reicht die Standard-Gipskartonplatte GKB (12,5 mm). Im Badezimmer oder Küchenbereich kommt die GKBI-Platte zum Einsatz – sie hat eine imprägnierte Kartonage und einen wasserabweisenden Gipskern. Brandschutzplatten (GKF) enthalten Glasfasern und werden überall dort gefordert, wo baurechtliche F30- oder F60-Anforderungen gelten.

Fermacell-Platten sind eine Alternative zu klassischem Gipskarton: Sie sind schwerer, stabiler und bieten besseren Schallschutz. Für Heimwerker sind sie etwas aufwendiger zu verarbeiten, aber die Ergebnisse beim Schallschutz sprechen für sich.

Was sind CW-Profile und UW-Profile und wozu dienen sie?

UW-Profile (U-förmig) werden an Boden und Decke befestigt; CW-Profile (C-förmig) werden als senkrechte Ständer dazwischengestellt.

UW steht für „U-Wandprofil“, CW für „C-Wandprofil“. Beide sind aus verzinktem Stahlblech und in verschiedenen Breiten erhältlich – gängig sind 50, 75 und 100 mm. Breitere Profile erhöhen die Steifigkeit der Wand und bieten mehr Platz für Dämmung und Kabelführung. Die CW-Profile werden nicht verschraubt, sondern einfach eingestellt – das erlaubt eine gewisse Bewegungstoleranz beim Setzungsverhalten des Gebäudes.

Welche Dämmaterialien eignen sich für Trockenbauwände?

Mineralwolle (Steinwolle oder Glaswolle) ist der Standard – sie dämmt sowohl thermisch als auch akustisch.

Steinwolle ist etwas schwerer und bietet bessere Schalldämmeigenschaften, Glaswolle ist leichter und preisgünstiger. Beide sind nicht brennbar und damit brandschutztechnisch unbedenklich. Wer auf alternative Dämmstoffe setzt – z. B. Holzfaser oder Zellulose – sollte beachten, dass diese in der Regel feuchteempfindlicher sind und im Trockenbau seltener eingesetzt werden.

Welches Werkzeug wird für den Trockenbau benötigt?

Akkuschrauber, Cuttermesser, Schlagbohrmaschine, Wasserwaage und Blechschere – das reicht für die meisten Projekte.

Wer häufiger baut, investiert in eine Trockenbau-Stichsäge oder einen Winkelschleifer für saubere Profilschnitte. Eine Richtschnur oder ein Laser-Linienwasserwaage hilft enorm beim exakten Ausrichten des Ständerwerks. Für runde Ausschnitte (Dosen, Einbauleuchten) braucht man eine Lochsäge oder Stichsäge.

Wie viel kostet es, eine Trockenbauwand selbst zu errichten?

Materialkosten für eine einfache Wand (ca. 10 m²) liegen meist zwischen 80 und 180 Euro – je nach Plattentyp und Dämmung.

Welche baurechtlichen Vorschriften muss ich beachten?

Nicht tragende Innenwände sind in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei – Ausnahmen gibt es bei Mietwohnungen und denkmalgeschützten Gebäuden.

Grundsätzlich gilt: Wer in der eigenen Immobilie eine nicht tragende Innenwand errichtet, benötigt in der Regel keine Baugenehmigung. Anders sieht es in Mietwohnungen aus – dort ist immer die Zustimmung des Vermieters nötig. In Mehrfamilienhäusern können zudem Brandschutzvorschriften greifen, die bestimmte Plattentypen und Wandkonstruktionen vorschreiben.

Welche Schallschutzanforderungen sollte ich berücksichtigen?

Die DIN 4109 definiert Mindestanforderungen – für Wohnräume wird ein Schalldämmmaß von mindestens 37 dB empfohlen.

Eine einfach beplante Trockenbauwand ohne Dämmung erreicht kaum 30 dB. Mit Mineralwolle-Füllung und doppelter Beplankung auf beiden Seiten sind 45–52 dB realistisch. Wer es noch besser machen will, trennt die Schalen durch zwei separate Ständerreihen oder setzt auf entkoppelte Direktabhänger – allerdings wird das konstruktiv aufwendiger.

Wie plane ich den Verlauf meiner Trockenbauwand richtig?

Zuerst die Wandachse auf dem Boden anzeichnen, dann mit Lot oder Laser auf Decke und Seitenwände übertragen.

Bevor das erste Profil gesetzt wird, lohnt sich eine sorgfältige Planung auf Papier: Wo soll die Tür sein? Wo laufen Leitungen? Gibt es Steckdosen, die verlegt werden müssen? Wer diese Fragen vorher klärt, spart sich späteren Frust. Eine einfache Skizze mit Maßangaben ist das Minimum.

Der Wandverlauf wird mit Kreide oder Bleistift auf dem Boden markiert. Von dieser Linie aus überträgt man den Verlauf mit einer Wasserwaage oder besser noch einem Laser-Linienwerkzeug auf Decke und Seitenwände. Das ist der wichtigste Schritt – eine schiefe Basis führt zu einer schiefen Wand.

Wie befestige ich die UW-Profile am Boden und an der Decke?

UW-Profile werden mit Dübeln und Schrauben im Abstand von ca. 80 cm befestigt – darunter immer Dichtungsband kleben.

Auf Estrich und Betondecken kommen Schlagdübel zum Einsatz. Auf Holzbalkendecken oder Gipskartondecken braucht man spezielle Befestigungslösungen oder muss direkt in den Balken schrauben. Das Dichtungsband unter dem Profil ist Pflicht – es verhindert Körperschallübertragung und ist in der Trockenbau-Norm fest verankert.

Wie werden die CW-Ständerprofile zugeschnitten und eingesetzt?

CW-Profile auf Raumhöhe minus 10–15 mm kürzen und einfach in die UW-Profile einstellen – nicht verschrauben.

Der Freigang zur Decke verhindert, dass sich Deckendurchbiegungen auf die Wand übertragen. Geschnitten werden Stahlprofile am besten mit einer Blechschere oder einem Winkelschleifer. Ein Cuttermesser reicht nur für Gipskarton – nicht für Metall. Die Ständer werden im Abstand von 62,5 cm (bei 1250 mm breiten Platten) oder 40 cm bei erhöhten Anforderungen gestellt.

Wie verlege ich Elektroleitungen in der Trockenbauwand?

Kabel werden vor der Beplankung im Ständerwerk verlegt – durch ausgestanzte Löcher in den CW-Profilen geführt und mit Kabelbindern gesichert.

CW-Profile haben standardmäßig Ausklinkungen für die Kabelführung. Dennoch sollte jeder Durchbruch mit einem Kantenschutzring versehen sein, damit die scharfen Metallkanten die Kabelisolierung nicht beschädigen. Schalldosen werden mit speziellen Trockenbau-Einbaudosen (Schalterdosen mit Spreizankern) befestigt. Die Elektroinstallation sollte immer durch einen Fachmann abgenommen oder direkt von einem Elektriker durchgeführt werden.

Expert Insight

Wer nachträglich Leitungen in eine fertige Trockenbauwand nachrüsten möchte, bohrt zunächst oben und unten jeweils eine Inspektionsöffnung. Mit einem Kabeleinzugsdraht und etwas Geduld lassen sich Leitungen dann durch die Hohlräume führen. Die Öffnungen lassen sich anschließend problemlos mit Gipskarton-Reparatursets schließen.

Wie befestige ich die Gipskartonplatten am Ständerwerk?

Platten mit Trockenbauschrauben (TN 3,5 × 35 mm) im Abstand von max. 25 cm an Randfeldern und 75 cm im Feld befestigen.

Die Schraube muss leicht versenkt sein – der Schraubenkopf soll minimal unter die Oberfläche drücken, ohne den Karton zu zerreißen. Ein Trockenbau-Bit mit Tiefenanschlag erleichtert das erheblich und verhindert Überschrauben. Wer das ohne dieses Hilfsmittel macht, stellt oft fest, dass jede zweite Schraube entweder zu flach oder zu tief sitzt.

Platten sollten mit einem Bodenabstand von ca. 10–15 mm montiert werden – ein kleiner Keil oder ein abgeschnittenes Reststück Profil dient als Abstandshalter. Das verhindert Feuchtigkeitsaufnahme von unten.

Wie werden Gipskartonplatten richtig zugeschnitten?

Anreißen, mit dem Cuttermesser durchdrücken, am Schnitt abknicken, Rückseite einschneiden – fertig.

Das sogenannte Ritz-Brech-Verfahren funktioniert schnell und sauber. Mit einem Kantenhobel oder feinem Schleifpapier werden die Schnittkanten entgratet. Für Ausschnitte (Steckdosen, Rohre) braucht man eine Stichsäge oder einen Lochschneider. Tipp: Immer von der Vorderseite (weiße Kartonseite) anreißen und schneiden – die Rückseite bricht sauberer nach.

Wie gehe ich mit Plattenstößen und Fugen um?

Fugen zwischen Platten immer auf einem Ständer treffen lassen. Stumpfe Schnittflächen anphasen – dann haftet der Spachtel besser.

Plattenstöße sollten niemals in der Luft enden. Jede Fuge braucht einen Ständer als Auflager. Schnittflächen werden mit dem Kantenhobel angefast, damit der Fugenspachtel eine Haftfläche bekommt. Ohne Fase reißt die Verbindung später häufig auf – besonders an Türstürzen und Raumecken.

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Soll ich die Wand ein- oder doppelt beplanken?

Einlagige Beplankung reicht für einfache Raumtrennung. Doppellagig ist Pflicht für erhöhten Schall- oder Brandschutz.

Doppelte Beplankung erhöht die flächenbezogene Masse der Wand – das ist entscheidend für die Schalldämmung. Beim Brandschutz ist die zweite Lage oft normativ vorgeschrieben (z. B. F30). Die zweite Plattenlage wird um einen halben Plattenabstand versetzt montiert, damit die Fugen nicht übereinander liegen.

Wie verspachtle ich die Fugen zwischen den Gipskartonplatten?

Fugenspachtel dünn in die Fuge einstreichen, Armierungsband einbetten, nach Trocknung überspachteln, schleifen.

Der erste Arbeitsgang füllt nur die Fuge selbst. Nach dem Trocknen (mindestens 12–24 Stunden) kommt eine zweite dünnere Lage über das Armierungsband. Erst dann folgt das Schleifpapier – am besten mit einem Reibebrett und Körnung 120. Staubmaske nicht vergessen: Gipsstaub ist fein und unangenehm.

Für die Schraubenköpfe reicht ein einzelner Spachtelzug, nach dem Trocknen kurz schleifen. Wer schon in dieser Phase sorgfältig arbeitet, spart sich aufwendiges Nachspachteln nach dem ersten Anstrich.

Wie werden Außenecken und Innenecken verspachtelt?

Außenecken mit Eckschutzprofil verstärken, Innenecken mit Armierungsband und Spachtel sauber abziehen.

Außenecken ohne Eckschutzprofil aus Metall oder Kunststoff sind anfällig für Abplatzungen – besonders in Fluren und an Türlaibungen, wo immer wieder Möbel oder Taschen anecken. Das Profil wird in frischen Spachtel eingedrückt und nach dem Aushärten überstrichen. Innenecken lassen sich mit einem Winkelspachtel oder einem gefalteten Armierungsband sauber ausführen.

Welche Dübel eignen sich für Trockenbauwände?

Für leichte Lasten: Trockenbau-Spreizdübel. Für mittlere Lasten: Hohlraumdübel (Molly-Dübel). Für schwere Lasten: in den Ständer schrauben oder Holzeinlage vorsehen.

Standard-Kunststoffdübel funktionieren in Gipskarton nicht – der Gips bricht aus. Speziell für Hohlwände entwickelte Dübel wie der Molly-Dübel oder Kippdübel verteilen die Last auf eine größere Fläche. Für Lasten über 25–30 kg (Küchenschränke, schwere Spiegel, Fernseher) sollte man beim Bau der Wand gezielt OSB-Platten oder Holzlatten als Verstärkung einplanen – das ist im Nachhinein kaum nachrüstbar.

Wie baue ich eine feuchtraumgeeignete Trockenbauwand?

Feuchtraumplatten (GKBI) verwenden, alle Fugen und Anschlüsse abdichten, Verbundabdichtung im Spritzwasserbereich aufbringen.

Im Badezimmer reicht feuchtraumgeeigneter Gipskarton allein nicht aus. Überall dort, wo Wasser direkt auf die Wand trifft – Dusche, Badewannenbereich – braucht man eine Flächenabdichtung (Verbundabdichtung/BAU-Folie) unter den Fliesen. Anschlüsse an Boden und Wand müssen mit Silikon dauerhaft versiegelt sein. Diese Details machen den Unterschied zwischen einer langlebigen und einer nach zwei Jahren schimmeligen Wand.

Welche typischen Fehler passieren beim Bau einer Trockenbauwand?

Die häufigsten Fehler: schiefe Profile, fehlende Dichtungsbänder, falsche Schraubenabstände und übersprochene Platten an Ecken.

Erfahrungsgemäß unterschätzen viele Einsteiger die Bedeutung des exakten Wandverlaufs. Ist das UW-Profil am Boden nicht perfekt ausgerichtet, zieht sich der Fehler durch die gesamte Konstruktion. Zweiter häufiger Fehler: Fugen, die nicht auf einem Ständer liegen – dann hängt die Platte in der Luft und reißt später fast zwangsläufig. Dritter Klassiker: Schrauben, die den Karton durchbohren und dadurch keine Haltekraft mehr haben.

Wie repariere ich Risse in der Trockenbauwand?

Kleine Risse mit Fugenspachtel auffüllen, schleifen, grundieren. Bei wiederkehrenden Rissen liegt meist eine Ursache im Untergrund vor.

Risse an Plattenübergängen entstehen oft, weil keine Faserspachtelung mit Armierungsband erfolgt ist oder weil Fugen nicht auf Ständern enden. Bei einmaligen kleinen Rissen reicht Fertigspachtel. Wenn ein Riss immer wieder auftaucht, sollte man die Ursache suchen: Setzungsrisse im Gebäude, Feuchtigkeitseintrag oder ein mechanisch belasteter Anschluss.

Wie lange dauert es, eine Trockenbauwand selbst zu errichten?

Eine einfache Wand (10–15 m²) ist handwerklich an einem Wochenende fertig – inklusive Spachteln und Schleifen.

Tag eins: Planung, Profil setzen, Ständerwerk aufbauen, Kabel verlegen, Dämmung einbringen, Gipskarton befestigen. Tag zwei: Spachteln, trocknen lassen, schleifen, grundieren. Wer zusätzlich Türöffnungen oder Elektrodosen integriert, plant besser zwei volle Tage plus einen halben Tag für den finalen Feinschliff. Der Spachtel trocknet bei guter Belüftung über Nacht – das lässt sich nicht beschleunigen.

Häufige Fragen

Kann ich eine Trockenbauwand alleine errichten?

Ja, auch als Einzelperson ist das möglich. Für das Halten großer Gipskartonplatten hilft eine Plattenzange oder ein selbst gebauter Hilfshalter. Beim Decken beplanken ist eine zweite Person jedoch eine echte Erleichterung.

Welche Wandstärke ist für eine Trockenbauwand üblich?

Mit 50er CW-Profilen und einlagiger Beplankung auf beiden Seiten (je 12,5 mm) ergibt sich eine Gesamtdicke von etwa 75 mm. Doppelte Beplankung und breitere Profile erhöhen die Wandstärke entsprechend.

Kann ich an einer Trockenbauwand Fliesen verlegen?

Ja – mit feuchtraumgeeigneten Platten (GKBI) und geeignetem Fliesenkleber für Leichtbaukonstruktionen. Im Nassbereich ist zusätzlich eine Verbundabdichtung notwendig, bevor die Fliesen gesetzt werden.

Muss ich die Trockenbauwand vor dem Streichen grundieren?

Ja, unbedingt. Eine Tiefengrundierung versiegelt den saugfähigen Gipskarton und verhindert, dass der Anstrich ungleichmäßig einzieht oder die Oberfläche nach dem Streichen wellig wirkt.

Wie schwer kann eine Trockenbauwand belastet werden?

Mit Hohlraumdübeln sind Einzellasten bis ca. 25 kg möglich. Für schwerere Objekte müssen beim Bau Holz- oder OSB-Einlagen im Ständerwerk vorgesehen werden, die eine direkte Schraubbefestigung erlauben.

Fazit: Eine Trockenbauwand selbst zu errichten ist kein Hexenwerk – aber es verlangt Sorgfalt an den entscheidenden Stellen: ein exakt ausgerichtetes Ständerwerk, die richtige Plattenauswahl für den jeweiligen Raum und ein sauberes Verspachteln ohne Abkürzungen. Wer diese drei Grundsätze beherzigt, erhält eine Wand, die professionell aussieht, dauerhaft hält und die eigene Wohnsituation spürbar verbessert. Der Rest ist Übungssache.
Peter Mälzer
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